"Coldplay-Gottesdienst": Volles Haus, volle Emotion
Volle Kirche: Der besondere Gottesdienst zog rund 300 Besucherinnen und Besucher an. Alle Fotos: Prot. Dekanat LU/Wagner
Tassilo Grün (rechts) hatte die Idee zum "Coldplay-Gottesdienst". Er wurde unter anderem von Pfarrerin Cornelia Zeißig unterstützt.
"A tribute to Coldplay - Konzert trifft Gottesdienst" hat viele angelockt. Die Sitzplätze in der Friedenskirche reichten am Freitagabend nicht aus, denn rund 300 Besucherinnen und Besucher wollten die Songs und Gedanken hören. Sie dankten der Band um Lorena Huber und dem Gottesdienst-Team mit langanhaltendem stehendem Applaus.
Die Rocksängerin füllte den Kirchenraum mit ihrer warmen, kraftvollen Stimme und verlieh den Coldplay-Songs Tiefe. Gemeinsam mit ihren vier Musikern spielte sie neun Hits, darunter "Viva la vida", "Yellow", "Paradise" und "Sky full of stars". Musik und gesprochene Beiträge wechselten sich ab. Die Idee zum "Coldplay-Gottesdienst" hatte Tassilo Grün, Mitglied im Leitungskreis der Friedenskirchengemeinde und Coldplay-Fan. Seine Kirchengemeinde und der Kirchenbezirk unterstützen den 34-Jährigen.
Der Gottesdienst verzichtete bewusst auf Texte aus der Bibel, denn in Songs von Coldplay steckt viel Spirituelles. Diesen Faden nahmen Tassilo Grün, die Pfarrerinnen Frauke Fischer und Cornelia Zeißig sowie Dekan Paul Metzger auf. Sie berichteten witzig-nachdenklich, wie die Songs auf sie wirken, was sie in ihnen auslösen und warum sie dabei an Gott denken. Gemeinsam mit der Gemeinde sprach Tassilo Grün den Text von "Pray" als Gebet.
Songs mit spiritueller Tiefe
Frauke Fischer knüpfte an "Speed of sound" an und stellte fest: "Gott begegnet uns nicht im Tempo, sondern im Staunen. Ich muss nicht immer schneller werden, sondern aufmerksamer." Tassilo Grün nahm "Fix you" zum Anlass, um über seine eigene Lebenswelt zu sprechen. Er verriet, dass er sich manchmal leer und überfordert fühlt und denkt, sich selbst und anderen nicht zu genügen. In solchen Momenten findet er Kraft durch die Gewissheit: "Selbst Gott hat schlechte Tage erlebt, selbst Jesus war überfordert", sagte er. Deshalb kenne Gott die Sorgen der Menschen und ist für sie da.
Dekan Paul Metzger zeigte Parallelen zwischen dem Song "Clocks" und dem Evangelium auf und brachte ein Star-Trek-Zitat mit ins Spiel: "Zeit ist das Feuer, in dem wir verbrennen". Doch der Song ende hoffnungsvoll – mit dem Hinweis auf ein Zuhause, das Gott jedem Menschen anbietet, sagte der Dekan. Pfarrerin Cornelia Zeißig stellte in ihrer Predigt fest: "Songs von Coldplay stellen existenzielle Fragen und treffen das Herz."
Intensive Vorbereitung, gelungenes Erlebnis
Hinter Tassilo Grün liegen drei Monate intensiver ehrenamtlicher Arbeit. Nach dem Gottesdienst war er erleichtert und glücklich: "Es war rundum gut, die Band war mega und die Kirche voll." Er kann sich weitere solche Gottesdienste vorstellen, etwa mit Deutsch-Rap oder Classic Rock von Bruce Springsteen.
Während dies noch Zukunftsmusik ist, steht der nächste Termin in der Reihe von "Event-Gottesdiensten" fest: Am 26. Juni heißt es in der Melanchthonkirche "Beatles go classic" mit dem "Orchester des Wandels". Weitere Infos dazu folgen rechtzeitig. yvw
Video
Beitrag "Volle Kirche beim Coldplay-Gottesdienst in Ludwigshafen" der SWR-Landeschau vom 29.1.26



