"Die Kinder sind dankbar für etwas, das wir als wenig bedeutend betrachten"
Bunte Begrüßung: Unter dem großen Schwungtuch hindurch schlüpfen die Kinder in die Jugendkirche. Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner
Leea Kirschner hat im vergangenen Jahr die KinderVesperKirche ehrenamtlich unterstützt und war überrascht von der Reaktion vieler Kinder. Foto: privat
Vom 1. bis 12. Dezember ist es wieder soweit: Dann lädt die KinderVesperKirche ein zum gemeinsamen Essen, Spielen und Spaß haben. Dieses Jahr sind die Albert-Schweitzer-Schule und – zum ersten Mal - die Schule an der Blies zu Gast in der Protestantischen Jugendkirche. Mehrere hundert Menschen stellen das Projekt auf die Beine – darunter viele junge Leute. Im letzten Jahr gehörte Leea Kirschner dazu und auch dieses Mal möchte sie dabei sein. Die 23-Jährige ist seit zehn Jahren in der Evangelischen Jugend Ludwigshafen aktiv und berichtet hier, wie sie die KinderVesperKirche erlebt hat.
Sie absolvieren gerade Ihre Ausbildung und jobben nebenbei. Warum unterstützen Sie in Ihrer wenigen freien Zeit ehrenamtlich die KinderVesperKirche?
Wir haben alle unsere Probleme im Alltag und vergessen dabei oft, der Welt etwas zurückzugeben. Ich finde aber, das sollten wir tun. Denn es gibt Menschen, die nicht die Vorzüge genießen, die wir kennen. Dazu gehört ein warmes Essen.
Die Räume herrichten, Zutaten besorgen, Essen zubereiten und servieren, schauen, ob alles läuft: Für die Ehrenamtlichen ist viel zu tun. Welche Aufgabe haben Sie übernommen?
Im letzten Jahr war ich eine Woche lang Teil des Küchen-Teams, habe gemeinsam mit den anderen Ehrenamtlichen Zutaten geschnippelt und die Speisen zubereitet. Ich habe auch die Kinder am Tisch bedient, denn das ist ja eine Idee der KinderVesperKirche: Die Kinder sollen sich ein bisschen wie im Restaurant fühlen.
60 bis 80 Kinder sind an einem Tag in der Jugendkirche. Da ist ganz schön viel los …
Ja, aber unsere Kirchenräume sind groß und es ist toll, wenn sie mit so viel Leben gefüllt sind. Die Kinder sind aufgeregt und gespannt, was alles passiert.
Sind Sie in der KinderVesperKirche Kinderarmut begegnet?
Vielleicht dadurch, dass nach dem Essen viele Kinder zu uns in die Küche gekommen sind und gesagt haben, dass sie noch nie so etwas Leckeres gegessen haben. Es gab als Vorspeise Salat, als Hauptspeise Nudeln mit Tomatensoße sowie einen kleinen, liebevoll zubereiteten Nachtisch. Für uns sind diese Dinge selbstverständlich, aber für viele Kinder etwas ganz Besonderes und Großes. Sie sind dankbar für etwas, das wir als wenig bedeutend betrachten.
Wie haben die Kinder die KinderVesperKirche erlebt? Wie ist Ihr Eindruck?
Ich habe gemerkt, dass die KinderVesperKirche den Kindern Spaß gemacht hat, für sie bedeutsam war und in Erinnerung bleibt. Sie kommen gerne wieder in die Jugendkirche, denn wir haben ja Angebote über die KinderVesperKirche hinaus, wie die Bastelsamstage und Ferienspielaktionen. Die Kinder freuen sich, uns Ehrenamtliche wiederzusehen.
Über die KinderVesperKirche
Das Projekt sieht sich als Anwalt für Kinder, die am Rand der Gesellschaft stehen, weil sich ihre Familien eine Teilhabe nicht leisten können. Die KinderVesperKirche will ein Zeichen für Chancengleichheit und Mitmenschlichkeit setzen - und gegen Kinderarmut vor der eigenen Haustür.
Deshalb lädt die Protestantische Jugendkirche einmal im Jahr ein oder zwei Grundschulen aus ihrer Nachbarschaft zu sich ein. Zu Gast sind abwechselnd Mädchen und Jungen aus der Albert-Schweitzer-Schule, der Brüder-Grimm-Schule, der Wittelsbachschule (alle Ludwigshafen-Süd), der Erich-Kästner-Schule (Ludwigshafen-Mitte), der Schillerschule und aus der Schule an der Blies (beide Ludwigshafen-Mundenheim). Nach dem Unterricht steuern die Schulklassen die Jugendkirche an und bleiben dort bis zum späten Nachmittag. Alle Kinder sind herzlich willkommen - egal ob arm oder reich, Christ oder Muslima, hier geboren oder nicht.
Mehrere hundert Menschen sind an der Organisation des Projekts beteiligt. Die Essensausgabe und den Service übernehmen Ehrenamtliche, Mitarbeitende der BASF sowie Klassen der Karolina-Burger-Realschule plus und der Berufsbildenden Schule Technik 2.
Nach dem Mittagessen kann jedes Kind zwei Workshops besuchen. Unter anderem werden Plätzchen gebacken, Weihnachtskarten gestaltet, Schneekugeln, Stressbälle und Knetseife hergestellt. Die Kinder können bei Traumreisen entspannen und sich bei der Elfen-Ausbildung sportlich austoben. Die Workshops planen und leiten wie gewohnt angehende Erzieherinnen und Sozialassistenten der Anna-Freud-Schule/Berufsbildende Schule für Sozialwesen, Gesundheit und Hauswirtschaft.
Ein Familienfest beendet die KinderVesperKirche. Die Jugendkirche gestaltet es wieder in Kooperation mit der Berufsbildenden Schule Technik 2, die für das leibliche Wohl und eine weihnachtliche Atmosphäre sorgt.
Die KinderVesperKirche findet 2025 zum 12. Mal statt. Hauptsponsor ist seit Beginn der Verein "Adler helfen Menschen". Andere wichtige Unterstützer sind Odenwald-Quelle, die Bäckerei Görtz, Dreyers Chalet (Schifferstadt) sowie Kissel C&C Großmarkt (Landau). red/yvw
Info
KinderVesperKirche: 1. bis 12. Dezember
Öffentliches Familienfest: Freitag, 12. Dezember, 15 bis 18 Uhr, in und um die Protestantische Jugendkirche, Ludwig-Börne-Straße 2, Ludwigshafen-Süd
Gäste 2025
- Albert-Schweitzer-Schule
- Schule an die Blies
Unterstützende
- Adler helfen Menschen e.V.
- Odenwald-Quelle
- Bäckerei Görtz
- BASF
- Dreyers Chalet (Schifferstadt)
- Kissel C&C Großmarkt (Landau)
- Anna-Freud-Schule - Berufsbildende Schule für Sozialwesen, Gesundheit und Hauswirtschaft
- Berufsbildende Schule Technik 2
- Karolina-Burger-Realschule plus
- Stadtjugendpfarramt Ludwigshafen
- Evangelische Jugend Ludwigshafen
- Gemeindepädagogischer Dienst Ludwigshafen
- … und viele Ehrenamtliche
Spendenkonto
Das Projekt KinderVesperKirche Ludwigshafen freut sich über finanzielle Unterstützung.
Protestantischer Kirchenbezirk Ludwigshafen
Sparkasse Vorderpfalz
IBAN DE43 5455 0010 5001 1206 73
Stichwort: KinderVesperKirche LU



