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"Philippus" klopft an

 Über ein Jahr lang entwickelte das "Philippus"-Team das Konzept. Foto: lk

Über ein Jahr lang entwickelte das "Philippus"-Team das Konzept. Foto: lk

Wer Mitglied in der Kirche ist, hört oft jahrelang oder gar jahrzehntelang nichts von seiner Kirche. Das soll "Philippus" ändern - ein neues Konzept für Mitgliederkommunikation.

In vielen Organisationen, Verbänden und Vereinen ist die digitale Kommunikation mit eigenen Mitgliedern schon lange üblich. Nun entstehen auch in der Evangelischen Kirche der Pfalz Strukturen, die diese Arbeit möglich machen. Die pfälzische Landeskirche ist die erste Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der so eine digitale Mitgliederkommunikation an den Start geht.

Die Idee: Kirchengemeinden können dank "Philippus" ganz leicht persönlichen Kontakt mit allen Mitgliedern halten und deren Leben begleiten. Das können Geburtstagsgrüße sein, Glückwunsche zum Hochzeitstag, ein Willkommensgruß in der neuen Gemeinde nach einem Umzug, Begleitung nach einem Trauerfall oder Angebote rund um die Geburt und Taufe von Kindern. Die Kirche richtet die Kommunikation am Mitglied aus – und nicht an sich selbst.

Ludwigshafen-Süd unter den Pionier-Gemeinden

Die pfälzische Landeskirche hat das Konzept mit 15 Kirchengemeinden und Dekanaten entwickelt. Mit dabei war Pfarrerin Barbara Schipper aus Ludwigshafen-Süd. "Wir haben genau überlegt, was den Menschen guttun kann und wie Kirchengemeinden sie ohne großen Aufwand ansprechen können", berichtet sie. Kirche wolle die Chance nutzen, stärker Kontakt zu halten, aber die Mitglieder keinesfalls mit Informationen überschütten. Die Pfarrerin versichert: "Nur wenn ein Kirchenmitglied einverstanden ist, werden seine Daten für die Kommunikation genutzt."

"Philippus" gewährleistet den Schutz der Mitgliederdaten. Sie werden mit einer Management-Software verwaltet, die Kontakte, Kommunikationskanäle und -anlässe sowie Angebote zusammenzubringt. "Aber es ist kein rein digitales Projekt", erklärt Barbara Schipper. Auch Briefe oder Postkarten können verschickt werden. Die Vorlagen entwickelt das Projekt-Team bei der Landeskirche, Kirchengemeinden können sie anpassen.

Namensgeber Philippus ist ein Jünger Jesu. Die Bibel berichtet davon, wie er einen Kämmerer aus Äthiopien begleitet. Philippus erzählt ihm von Gott, seinem Glauben und Jesus. Der Kämmerer ist begeistert und möchte sofort von Philippus getauft werden. Das gleichnamige Projekt soll wie Philippus sein: Den Kontakt zu jemanden suchen, für ihn da sein und ihn stärken, wenn derjenige es will und braucht. yvw